folge mir doch auf Twitter :D
like MuhSchu on Facebook
GoogleFriendConnect
blogLovin'
BlogConnect
Google+
RSS Feed

Mittwoch, 14. August 2013

Wenn sich mir die Nackenhaare sträuben...


... dann liegt das manchmal daran, dass ich etwas lese... das mit meinem Verständnis für Rechtschreibung und/oder Grammatik absolut nicht einher geht.
Auch bin ich eine der Sorte, die ein mal Eingeprägtes einfach nicht mehr los wird. So habe ich beispielsweise in der 11. Klasse gelernt, dass man eine Telefonnummer kaufmännisch korrekt auf folgend Weise schreibt: 01234 345678 (bzw. +49 1234 345678) - ergo ohne jeglichen Zusatz von Klammern, Strichen oder "unterteilenden Leestellen" (wer sich mit den DINs auskennt, weiß bestimmt was ich meine?) diverser Art. Genau aus diesem Grund schreibe ich Telefonnummern auch immer genau auf diese Weise.
Gerade frage ich mich, ob das Erziehungssystem "Schule" in Bezug auf dieses Verhalten nicht auch irgendwie maßgeblich zu so einer "Uneinsichtigkeit" beiträgt, etwas bereits Gelerntes zu verbessern/verändern/verwerfen... oder liegt das in der Natur des Menschen?
Wenn ich mich an die Grundschulzeit zurück erinnere, da wurden wir in Mathe darauf getrimmt, dass es immer nur ein Ergebnis zu einer Rechenaufgabe gibt, welches das Richtige ist. Denn 8x8 ist nun mal 64 und das wird sich auch nicht ändern.
Im Deutschunterricht sieht das schon anders aus - zwar gibt es da gewisse Grundregeln, allerdings sind Sprachen etwas, was sich durch kontinuierliche Benutzung entwickelt und sich auch nicht aufhört zu entwickeln.
Als Kind habe ich mit "cool" Dinge betitelt, die meine Eltern in meinem damaligen Alter vermutlich eher "schön" oder "toll" genannt hätten. Deren Eltern wiederum hatten bestimmt auch eine (leicht) abweichende Umgangssprache einen positiven Aspekt zu betrachten. Folglich ist die Entwicklung immerwährend und kann nur für den Moment als Norm abgestempelt werden.
 
Das zeigt, man sollte immer offen für Neues sein. Tolerant genug, etwas "Anderes" als mögliche Alternative in Betracht zu ziehen allerdings auch...

Um auf den Titel zurückzukommen: in letzter Zeit habe ich einige lustige bis (sorry!) einfach nur dumme Schreibfehler in Texten gesehen, die ich hier einfach mal verbreiten will. Auf dass es Anderen hilft, diese Fehler nicht auch zu begehen:
- "anklitz": gemeint ist wohl das "Antlitz"... ich höre das Wort "anklitz" in meinem Kopf immer von einer Kleinkinderstimme ausgesprochen, haha!
- "Sterepor": Styropor
- "Karanthäne": ich gebe zu, ich habe "Quarantäne" gegooglet (ausgeschrieben ein furchtbares Wort...), weil ich mir bei dem "h" nicht so ganz sicher war
- "betröffeln" - beträufeln. Wie beim Nachfolger...
- "Frollein" - ... Fräulein eher so ein Ding der Lautsprache würde ich mal behaupten.
- "jediglich"- Genau wie "Ninjal" klingt es auch ausgesprochen für meine Ohren nach absoluter Quaaaaaal. Eine Freundin aus Kindheitstagen sagte zum Beispiel auch "millich" satt "nämlich", das hat sich mir leider ins Gehirn gebrannt.
 
Buhuhuuu, es gibt wirklich traurige Fälle... und ich hoffe jetzt einfach mal, dass sich niemand angegriffen fühlt. Ich glaube mein peinlichster Fehler war, als ich als Kind dachte, man schriebe "und" mit "t": unt. Aus heutiger Sicht geht das ja absolut gar nicht, hahaha! Ich war wohl bis zur 6. Klasse nicht ohne Grund ne ziemlich dunkle Leuchte im Deutschunterricht :D

Wie tut ihr euch so mit verankerten Schreibweisen?

So long, die Muh 

10 Kommentare

14. August 2013 um 14:40

Hallo liebste Muh,
erstmal wieder Lob für deine herrlich kritischen, trotzdem amüsanten Worte.

Ich als 4 Jahre Deutsch Hochleistungs-Kursler (mit Ehrenrunde) und Germanistikstudentin aka angehende Deutschlehrerin quietsche vor Begeisterung. Ich verbessere mit Leidenschaft mein komplettes Umfeld bis zum Erbrechen :D
Natürlich bin ich auch nicht perfekt, mache Fehler, google Wörter oder schreibe in Umgangssprache... Aber wie bei fast allem: ein bisschen ist okay, finde ich.

Mein blödester Fehler ist, dass ich auf Anhieb nicht weiß wie man "Matratze" schreibt, weil ich mich mal mit meinem Deutschlehrer (welchen ich heimlich vergötterte) darüber gestritten hatte und mir danach seine falsche! Schreibweise eingebrannt habe :D

Dementsprechend denk ich Hello Rechtschreibung mein Freund, bei zu viel Ignoranz deiner Regeln streike ich, im schlimmsten Fall entfolge ich den Blog / höre auf das entsprechende zu lesen. Fertig.

;) Grüße!

14. August 2013 um 16:17

Cooles Thema und gerade wenn man viel auf Blogs liest, sieht man das ein oder andere verkrüppelte Wort. Erst heute habe ich in einem Posting einer sehr großen, bekannten Bloggerin das Wort "kämen" (also im Kontext von Haare kämmen) gelesen und dachte es wurde einfach ein "m" vergessen. Weiter unten hat sie es dann aber wieder so geschrieben, weswegen ich darauf schließe, dass sie schlichtweg nicht weiß, dass kämmen mit doppel-m geschrieben wird.

Oft lese ich auf "Pfeile" statt Feile oder "Liedschatten" statt Lidschatten. Vor allem wenn man sich ständig mit einer bestimmten Materie beschäftigt, sollte man schon wissen wie die Wörter geschrieben werden, wenn man schon darüber bloggt und Wissen weitergeben möchte. Mir passieren auch mal Fehler, aber die kommen dann auf Grund des schnellen Tippens und nicht, weil ich nicht weiß wie es geschrieben wird. Zur Not frage ich immer Tante google.

Das mit der Telefonnummer habe ich damals auch so gelernt und finde es jedes Mal hässlich, wenn ich irgendwelche Bindestriche oder Schrägstriche sehe *grusel*.

Schlimm ist auch wenn manche Leute nicht wissen wann man "das" und "dass" schreibt.

Ich hoffe jetzt mal, dass ich alles richtig geschrieben habe *hihi*.

GLG Ina

14. August 2013 um 16:33

ninjal find ich ja geil *haha

14. August 2013 um 20:30

Styropor :D Das reicht von Stereodur bis Stückeropur, da gibt es SO entsetzliche Fehler. Herrlich fand ich auch, als eine eingebildete Person (ich kenn sie leider persönlich) in einem Forum eine Diskussion über sie "Estetik" von kostümen tragenden Menschen, die das als Hobby machen, anzettelte. Und in ihren immer wiederkehrenden Texten jedes Mal aufs Neuste bewies, dass es keine Ironie war.

Vieles von deinem kenn ich aber gar nicht. Milich ist mir total neu, wer Frollein/Fräulein sagt, bekommts mit der Gleichstellungsbeauftragten zu tun und betröffeln... auch nie gehört. Aber das ist auch sehr regional ^^
Ich bin immer scharf hinter "tich" stadt tisch (+alle andere -isch worte), "ekelig" stact eklig und "abpauschen" statt abpausen her.

Und: Bundstifte :D Die kommen vom Militär, is klaaaa!

14. August 2013 um 21:25

Vih amühzant. Vih kut, tas mihr zovas nih paszierän tud. XP

16. August 2013 um 13:14

ich hab als Kind gedacht, es heißt Heißluftballong... analog wurde Bonbon zu Bongbong. :)

19. August 2013 um 19:22

Kennste einmählich? Sprich: "Es wird einmählich Herbst?"

19. August 2013 um 21:17

@Mercury Nein die wachsen im Bund! Du Nudel!

21. August 2013 um 14:22

muuh! bin mal wieder neugierig und du mein opfer ;)
http://fairy-arts.blogspot.de/2013/08/10-dinge-die-ich-unbedingt-mal-machen.html

13. September 2013 um 10:54

Oh... das ist ein Riesenthema bei mir! Ich gehe sogar noch einen Schritt weiter: wenn ich im meiner Umwelt Ausdrücke höre, die ich für falsch halte, dann muss ich das einfach korrigieren - sei es in Gedanken oder dass es mir ganz leise herausrutscht. Wenn ich versuche, das aus Rücksicht auf die Gefühle der Menschen zu unterlassen, dann fange ich selbst mit dem Unsinn an. Ich korrigiere die Leute also nicht aus Besserwisserei, sondern um mich selbst vor einem Umgang mit der Sprache zu schützen, den ich nicht pflegen möchte.
Hier sind meine Dauerbrenner von Freunden und Bekannten:

- Hauptsatz nach "weil". Das hört man mittlerweile so oft im Radio und im Fernsehen dass es vermutlich bald schon in den Duden aufgenommen wird. Noch ist es aber falsch:
Du kannst gar nicht bei XY gewesen sein, weil ich hab Dich im Kino gesehen (also richtig wäre "weil ich Dich im Kino gesehen habe" oder "denn ich habe Dich im Kino gesehen")
- als und wie verwechseln
- angerufft statt angerufen (jemand hat angerufen)
- ausgeschalten, angeschalten anstelle von angeschaltet, ausgeschaltet

- im Geschriebenen:
"Standart" statt Standard, seit/seid

Manchmal suche ich im Netz nach Informationen und sobald ich die ersten paar Schreibfehler gefunden habe, halte ich eine Seite für unglaubwürdig. Allerdings hatte neulich mein Kleiderschrank Holzwürmer und die Tipps von der Webseite des Tischlers und Restaurators, die vor seltsamen Schreibungen nur so troff waren tatsächlich die Besten.

Ich bin aber trotzdem (auch das hast Du angesprochen) lernfähig: Eigentlich komme ich aus einer Gegend, in der es heißt, "die Teller werden abgewaschen". Jetzt wohne ich in Mitteldeutschland, wo die Teller aufgewaschen werden. Ein österreichischer Bekannter "wäscht auf" wenn er den Boden feucht wischt - und laut Duden sind alle Versionen korrekt. Deshalb verbessere ich das "aufwaschen" meiner Mitmenschen auch nicht mehr.

Liebe Grüße, Andrea

Kommentar veröffentlichen