Es gibt Momente im Leben, da ändert sich alles.
Wie kann ein bloßer Moment, ein kleiner Zwischenfall, eine kurze Begegnung einen Menschen, sein Verhalten, seine Denkweise verändern?
Wir haben alle schon mal diesen Satz gehört: "Liebe auf den ersten Blick".
Gut, die einen glauben daran, die anderen nicht und wieder andere machen sich darüber einfach keine Gedanken. Kann das plötzliche Auftreten eines neuen Menschen einen verändern? Etwa, wenn man für sich das obige Zitat als bestätigt sieht?
Kann Liebe einen verändern?
Verändert man sich selbst, FÜR die große Liebe? Um der Person zu gefallen, die man selbst mit allen Marotten und Angewohnheiten so nehmen möchte, wie sie ist?
Vielleicht auch unterbewusst?
Man wurde zutiefst enttäuscht. Von der großen Liebe. Man hätte es niemals für möglich gehalten, aber der Schmerz ist da. So unwiderruflich wie die Tat des Menschen, der sie begangen hat und den man liebt.
Man zweifelt, man vergisst es nicht. Man hat immer im Hinterkopf, wie sehr man verletzt und enttäuscht worden ist. Man zweifelt auch zukünftig. Immer. Denn dieser eine Verrat, und sei er noch so klein, hat einem den Boden unter den Füßen weggezogen.
Man verliert das Vertrauen in diese Person. Vielleicht auch allgemein. Und es fällt schwer, neues Vertrauen zu fassen.
Vielleicht ist es auch unmöglich.
Eine junge Frau, frisch aus der Ausbildung, mit Träumen und Zielen für die Zukunft. An der ersten Stelle: ganz an der Spitze sein!
Dafür arbeitet sie am Tage und am Abend besucht sie hochmotiviert die Abendschule. Mindestens einen Bachelor will sie irgendwann mit bravour bestanden haben.
Dann der große Wendepunkt ihres Lebens: sie ist schwanger. Sie freut sich, denn das eigene Kind in den Armen zu halten, was gibt es schöneres?
Durch das hilfsbedürftige Kind an ihrer Seite, das sie 9 Monate in ihrem Leib getragen hat, nimmt sie sich zurück. Der Sprössling hat immer Vorang. Sie vernachlässigt sich selbst, ihre Gedanken drehen sich 90% am Tag um ihre frische Familie. Sie ist gezwungen ihre Bedürfnisse hinten anzustellen.
Und man trifft sie ohne das Kind nicht mehr an, das rund um die Uhr jemanden an seiner Seite braucht. Dadurch fällt die Karriere vorerst flach. Doch es gibt eine Vaterfigur in der Familie, die sich um alles Finanzielle kümmert. Somit ist für das Auskommen der gesamten Familie gesorgt.
Auch als das Kind älter wird bleibt der Gedanke an die Familie. Ihre einstigen Ziele hat sie aufgegeben.
Aber vielleicht wird sie ihren Bachelor noch schaffen. Irgendwann.
Eine fromme Familie, die jeden Sonntag in die Kirche geht. Die 2 Söhne, der eine im letzten Jahr der Highschool, der andere frisch auf dem Collage.
Jeden Abend vor dem Schlafengehen betet das Oberhaupt der Familie für sich, seine Frau und seine beiden Nachkommen. Es geht ihnen gut und in der Familie herrscht eine positive Atmosphäre.
Dem älteren Sohn ist das alles nicht genug. Er möchte sein eigenes Leben leben, seine Entscheidungen treffen. Und für sein Land kämpfen.
Frisch 18 geworden, tritt er in die Army ein, stolz darauf sein Land so patriotisch zu unterstützen.
Der Vater ist enttäuscht, hat er sich doch Mühe gegeben seine Kinder in Frieden und mit Anstand zu erziehen. Mürrisch wirft er seinem Sohn vor, von ihm nicht respektiert zu werden.
Doch der Sohn zieht los, in fremde Welten, wo andere Gesetze herrschen. Erlebt Brutalität, Notleiden, Krieg. Und fällt.
Mit seinem Sohn fällt auch der Vater in tiefe Depressionen. So schön es ist, eine Familie zu haben, so furchtbar schmerzvoll ist es, einen Teil davon zu verlieren.
Er verliert den Glauben an Gott. Wie hätte er seinen Sohn mehr unterstützen können, als durch beten?
Somit haben ihn gleich 2 Dinge dieser Welt verlassen.
Nie wieder faltet der Mann seine Hände für ein Gebet.