In der Sommerwärme strampelte ich auf meinem Rad Richtung Supermarkt zum Einkaufen. Vorne ein Körbchen am Lenker und ein weiterer Korb an der Seite des Gepäckträgers trug ich meinen Rucksack auf dem Rücken, um die Einkäufe einfach nach Hause transportieren zu können.
Auf der Straße fühle ich mich immer etwas unwohl; nur auf dem Rad komme ich mir oft etwas bedrängt von den Autofahrern vor, weil ich den Verkehrsfluss ja in gewisser Weise behindere. Deshalb fahre ich immer äußerst Rechts und versuche so wenig Hindernis wie möglich zu sein. Was aber trotzdem nicht davon abhält, dass ich besonders vor großen Fahrzeugen einen riesen Respekt habe. Als Radfahrer bin ich ja so ziemlich als erstes gearscht, wenn irgendwas passiert.
So kam es, dass ich hinter einer größeren Kreuzung gerade sehr konzentriert über die Gleise fuhr - und plötzlich hupte es. Direkt hinter mir. Sofort hatte ich Herzrasen und genauso flogen die Gedanken in meinem Kopf, während der Nissan-Fahrer an mir vorbeizog und weiterfuhr.
Meine Gedanken kreisten; war ich gemeint gewesen? Kannte ich das Auto und den Fahrer? Hatte ich etwas falsch gemacht? War der Signalton nur ein Versehen gewesen?
Während ich also die Straße weiterfuhr, den Blick auf den Nissan geheftet, spukten in meinem Kopf die wildesten Theorien, was der Auslöser für das Hupen gewesen war. Kaum war das Auto aus meinem Blickfeld verschwunden kam ich auch schon an dem Parkplatz des angepeilten Supermarktes an.
Ich parkte mein Rad und holte den Schlüssel aus meinem Rucksack, um das Rad abzuschließen. Und da sah ich es. Mein Rucksack war komplett offen. Die einzigen Inhalte, die ich zu Hause eingepackt hatte - ein Jutebeutel und mein Portmonee - waren immer noch darin.
Und auf ein mal betrachtete ich das Hupen des Autofahrers, der mich - und in dem Moment war ich einfach 100%ig davon überzeugt - darauf aufmerksam machen wollte, dass meine Tasche offen und mein Portmonee gut zu sehen ist, mit einem ganz anderem Gedanken. Mit Dankbarkeit.
Auch wenn ich in der Situation nicht realisiert hatte, um was es ging. Dieser eine Autofahrer hatte mich darauf aufmerksam machen wollen. In der Berufs-Rushhour am Nachmittag. Nur der eine. Gedanklich war ich verblüfft, dass jemand auf diese Art auf mich reagiert hatte.
Und auch wenn ich mir jetzt denke, dass das doch eigentlich eine Reaktion ist, die jeder geben sollte… dass es normal sein sollte, andere über solche, für sie nicht sichtbaren, Dinge zu informieren… so bin ich froh, dass es an dem Tag wenigstens einer getan hat. Denn daran sieht man, dass es eben nicht normal ist. Dass andere Leute sowas einfach nicht kümmert.
So long, die Muh










